König Lear

Staatstheater Wiesbaden

Von William Shakespeare
Deutsch von Frank Günther

Wie kaum ein anderes seiner Stücke handelt Shakespeares »König Lear« von der haarfeinen Grenze zwischen Schein und Sein und von den tragischen Konsequenzen, die es hat, wenn man dem ersteren mehr vertraut als dem letzteren.

Dass Cordelia ihren Vater liebt, steht außer Frage, auch für Lear selbst. Doch er will es von ihr hören, und da macht sie nicht mit. Die berühmte Frage nach der Göße der Liebe – als sei sie etwas Messbares –, die am Ende des Stücks viele Tote gefordert haben wird, setzt einen unheilvollen Prozess in Gang: Lear verstößt sein liebstes Kind, die beiden älteren, falschen Schwestern, verstoßen Lear, und auf sich gestellt, den Naturgewalten ausgeliefert, lernt der nun elendste Mensch das Mitgefühl.

Uwe Eric Laufenberg inszeniert Shakespeares großen Klassiker auf der Großen Bühne, der Schauspieler und Regisseur Nicolas Brieger spielt König Lear.

Video: Andreas J. Etter

Vielen Dank an Angela Postweiler (Sopran) und Anke Böttger (Gamben) für die Einspielung meiner schönen Vokalisen…!

Besetzung

Inszenierung Uwe Eric Laufenberg
Bühne Rolf Glittenberg
Kostüme Marianne Glittenberg
Musik Felix Kroll
Dramaturgie Anika Bárdos
Lear Nicolas Brieger
König von Frankreich Lukas Schrenk
Herzog von Burgund Tobias Lutze
Herzog von Cornwall Christoph Kohlbacher
Herzog von Albany Christian Klischat
Graf von Kent Michael Birnbaum
Graf von Gloucester Uwe Kraus
Edgar Linus Schütz, Paul Simon
Edmund Linus Schütz, Paul Simon
Narr Klara Wördemann, Maria Wördemann
Cordelia Klara Wördemann, Maria Wördemann
Goneril Christina Tzatzaraki
Regan Lina Habicht
Curan Lukas Schrenk
Oswald Tobias Lutze
Ritter Lukas Schrenk

UNLOCK – Livestream

Dieses Konzert konnte man an dieser Stelle als Livestream verfolgen! Das Publikum vor Ort war auf 50 Personen beschränkt, so dass wir hier auch denjenigen Besuchern Zugang zu unserem Konzert gewährleisten wollten, die aufgrund der aktuellen Lage nicht die Möglichkeit hatten, vor Ort zu sein. Zwar bieten wir das Konzert in dieser digitalen Form frei zugänglich an, jedoch würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich als Zuschauer ein virtuelles Ticket mit einem Betrag Ihrer Wahl kaufen.


Sehnsucht – Liederabend mit Dagmar Manzel

Lieder und Songs von Werner Richard Heymann, Friedrich Hollaender, Jacques Offenbach, Robert Schumann, Helmut Oehring, Hanns Eisler, Pete Seeger sowie Texte von Kurt Tucholsky und Agota Kristof … ganz nach dem Motto: In einer Welt ohne Melancholie würden die Nachtigallen anfangen zu rülpsen.

BESETZUNG

SOPRAN – Dagmar Manzel
KLAVIER – Frank Schulte
KONTRABASS – Arnulf Ballhorn
GITARRE – Ralf Templin
AKKORDEON – Felix Kroll
VIOLINE – Daniela Braun

RADAR

RADAR-ensemble

contemporary – experimental

Das Ensemble RADAR verfolgt ein klares Konzept: Es will Verbindungen zwischen aktueller Musik und anderen Kunstsparten vertiefen und gegenwärtige Musik einem neugierigen Publikum vermitteln. Spannend zusammengestellte Programme und ein Bogenschlag zu Performance-Kunst, Improvisation und multimedialen Konzepten bilden den künstlerischen Rahmen für die Musiker von RADAR. Das noch junge Ensemble besticht besonders durch Spielfreude, Bühnenpräsenz und Gestaltungswille.

In stetigem, kreativen Dialog mit Komponisten verschiedener Herkunft und ästhetischer Ausrichtung entwickelt RADAR ein vielseitiges und interkulturelles Repertoire, das Hörbarrieren und ästhetische Voreingenommenheit durchbricht. RADAR möchte so auch als Vermittler verschiedener Hörkulturen in einer globalisierten Welt agieren.

RADAR ist „Ensemble in Residence“ der Konzertreihe „Klangrauschen“ in Lübeck und trat zuletzt bei der Pfingstwerkstatt Schloss Rheinsberg, Poznan Spring Festival, Blurred Edges Festival, der Akademie der Künste Hamburg, Musica Nova und im Rahmen des „Komponistinnenportaits“Annette Schlünz im Deutschlandfunk auf. In kurzer Zeit hat sich das Ensemble ein umfangreiches Repertoire in vielen abwechslungsreichen Programmen mit etlichen Auftragswerken erspielt. Dabei arbeiteten sie mit Größen wie Corinna Harfouch, Daniel Gloger, Scott Voyles zusammen.
Die Solisten des Ensembles konzertieren bei wichtigen europäischen Festivals und Veranstaltungen für Neue Musik, u.a. IRCAM, Donaueschingen, ZKM, Darmstadt, Salzburg Biennale, MärzMusik, Warsaw Autumn, Ars Musica, Vienna Modern, Huddersfield, Klangspuren, ECLAT, und Gaudeamus.

Die Grenzgänger

Im Grenzbereich zwischen Folkmusik, Rock- und Bluesband und Kabarett angesiedelt, steht im Mittelpunkt der Grenzgänger-Konzerte das deutsche Volkslied mit seinem Sprachwitz und seiner Poesie, als mündlich überlieferte, die Jahrhunderte überlebte Geschichte von unten, als Geschichte des Alltags der sogenannten “kleinen” Leute.

Lustvoll arbeiten die Grenzgänger die Verbindungslinien von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft heraus, virtuos umrahmt von Felix Kroll (Akklordeon), Frederic Drobnjak (Gitarren) und Annette Rettich (Cello) persifliert und moderiert Sänger und Gitarrist Michael Zachcial auf einzigartige Weise.  Das Deutschlandradio zählt sie zu den ganz großen Ausnahmen im Musikgeschäft, denn das Quartett schafft „Unverwechselbares von bisweilen träumerischer Eleganz“ (Nordseezeitung).

alle Infos und Termine

UnEins – Musik für zwei Akkordeonisten

UnEins

Das Programm der beiden Akkordeonist:innen Susanne Stock (Weimar) und Felix Kroll (Berlin) beschäftigt sich mit Individualität und Symbiose, Trennung und Wiedervereinigung, Eins und Uneins. In einer künstlerischen Zusammenarbeit treffen verschiedene Charaktere, Biografien, mitgebrachte Fähigkeiten, Sichtweisen und Emotionen aufeinander. Durch die Begegnung der Musiker im Konzert, entsteht etwas das von zwei einzelnen Wesen erschaffen wird und doch etwas Autarkes, für sich Stehendes ist.

Zentrales Stück des Programms wird eine Uraufführung des Komponistenpaares Tobias Klich (Jena) und Chengwen Chen (Bremen) sein, die ein Stück für zwei Akkordeonist:innen an einem Instrument und einer Performerin schreiben. In Platons philosophischen Betrachtungen über die Liebe wird in der Rede des Aristophanes die ursprüngliche Gestalt der Menschen beschrieben: Als vierarmige Kugelwesen mit drei unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten begehrten sie – sehr ähnlich dem Turmbau zu Babel – zu den Göttern aufzusteigen. Die Götter fühlten sich bedroht und trennten die Geschlechter voneinander. Seither streben beide Hälften nach der Wiedervereinigung miteinander. Geschlechteridentitäten, Fragen zu Gender und unserem gesellschaftlichen Miteinander, den Beziehungen zwischen Menschen im Allgemeinen und im Speziellen verleiht diesem Thema neben der historischen auch eine ganz aktuelle Wichtigkeit.

Aus dem Spiel der Musiker auf einem Instrument entwickelt sich von selbst ein theatralisches Moment, das die Musiker zu choreographisch-szenischen Performern werden lässt. Vertrauen und Koordination von Bewegungsabläufen auf engstem Raum werden ebenso thematisiert wie die Körperlichkeit, die einem Musiker beim Spielen seines Instrumentes abverlangt wird.

Auch Helmut Oehring, beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Individualität und Parallelität. Sein Stück ist so angelegt, dass beide Spieler:innen den gleichen Part spielen. Eingearbeitet in die musikalische DNA des Stückes sind sogenannte glitches, Störungen, die die Synchronität des Stückes während seiner Aufführung unweigerlich zum Einsturz bringen. Im normalen Konzertleben geht es meistens um die größtmögliche Perfektion. Alles muss stimmen, ist tausendfach beim Üben wiederholt, trainiert worden. Vermeidung von Fehlern und Synchronität im Spiel. Wie gehen nun die Akkordeonist:innen auf der Bühne damit um, wenn es einkalkulierte, aber nicht vorhersehbare Störungen gibt? Wie reagieren sie auf Abweichungen, wie arbeiten sie mit dem Auseinanderdriften und dem Streben, sich wiederzufinden? Dieses Werk sind für Helmut Oehring auch Momentaufnahmen, die den Vorgang festhalten, als die DDR “ins Koma fiel”. Ein abgetrennter Staat, der für seine Souveränität kämpfte, jedoch am Ende wiedervereint wurde.

Mit Clouds 9 von Stefan Streich wird die Idee der Synchronität und Asynchronität auf andere Weise weitergesponnen. Ausgangsmaterial ist das Solostück Clouds 6, mit dem die beiden Instrumentalisten nach einem festen Konzept spielen.

Ebenfalls ausgehend von einem Solostück – den Winterseeds von Klaus Huber – haben die Akkordeonist:innen hier die Stimmen aufgeteilt und auf verschiedene Weise neu zusammen gesetzt.

Neben den Künstlern soll sich auch das Publikum aktiv mit verschiedenen Fragen auseinandersetzen, die dieses Programm aufwirft. Wieviel Individualität steckt in einem klassischen Konzert? Wieviel sehe ich von der Privatperson, die dort als Musiker:in auf der Bühne steht? Wie agieren verschiedene Musiker miteinander, wieviel Nähe und Distanz muss zwischen ihnen herrschen?! Wie greift das Konzertprogramm Genderthemen, Geschlechteridentitäten und alternative Beziehungsmodelle auf und wie ist das in die persönliche (Erlebnis)welt übertragbar?

Ein Konzertabend – theatralisch, performativ, persönlich und auf seine Art intim, der neben der Musik auch die Musiker als Menschen und Agierende in den Fokus nimmt.

PROGRAMM

Stefan Streich (*1961) Clouds 9

15′ Zwei Akkordeons und Stereo-Zuspielung UA

Tobias Klich (*1984) & Akkordeon zu vier Händen (und eine weitere Stimme) UA

Chengwen Chen (*1980)

16′

Tobias Klich (*1984) & Musik für Stimme UA

Chengwen Chen (*1980)

2-3′

Klaus Huber (*1924 – 2017) Winter seeds (1993)

13′ bearbeitet für zwei Akkordeons

Helmut Oehring (*1961) glitch /AMOK

15′ Duo für zwei Akkordeonsolist*innen UA

Akkordeon: Susanne Stock und Felix Kroll

Stimme / Melodica: Angela Postweiler

Hölderlin

Hölderlin


Zum 250. Geburtstag von Hölderlin.

Hölderlin war Zeitgenosse der Französischen Revolution. Seine Lyrik wies weit über seine Zeit hinaus. Mit Mitte 30 wurde er für wahnsinnig erklärt. Hanns Eisler vertonte seine Texte ebenso wie Paul Hindemith oder Johannes Brahms.

Titel:
Schicksalslied – Zornige Sehnsucht – Hymne an die Freiheit – An die klugen Ratgeber – So kam ich unter die Deutschen – Lebenslauf – Die Ehrsucht – Blödigkeit – Hälfte des Lebens – Schwabenmädchen – Abendphantasie – Rousseau – Der Wanderer – Aussicht (Das letzte Gedicht im Turm)

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Hölderlins Gedichte feiern in den Jahren nach der französischen Revolution die Freiheit als Bedingung allen Lebens. Wortgewaltig und mit feiner Feder die Höhen und Tiefen des Lebens auskostend, schrieb Hölderlin in einer bis heute modernen Sprache vom Leiden an der „Bleiernen Zeit“, die alles Lebendige erstarren lässt, von der Sehnsucht nach Liebe und Schönheit und der Gewissheit, dass der Mensch von Natur aus gut ist.

Kongenial verwandeln die Grenzgänger auf ihrem elften Album Hölderlins Verse in Lieder, die die Jahrhunderte seit ihrer Entstehung überbrücken. Zwischen „Zorniger Sehnsucht“, „Blödigkeit“ und „So kam ich unter die Deutschen“ sind die vierzehn ausgewählten Hölderlin-Texte von teilweise erstaunlicher Aktualität, mit einer Musik zwischen Blues und Folkrock, Pop und E-Musik, mit Anklängen an Kurt Weills Dreigroschenoper, Tom Waits, Eisler und Motown.

Für die Studioproduktion um Schlagzeug und Bass, Saxophon und E-Gitarren, Geige und Mundharmonika erweitert, präsentiert das Bremer Quartett um Michael Zachcial erneut ein außergewöhnliches Album zwischen Anspruch und Ohrwurmqualität.

 

Warum Hölderlin?

Wie abgeschnitten scheinen uns heute die Jahre vor dem Aufstieg Hitlers, als wäre mit der Schuld am Furchtbarsten aller Verbrechen gleichsam ein Urteil über alle gefällt, die jemals von einem anderen Deutschland zu träumen wagten. Vielen Flüchtlingen und Opfern des NS-Staates aber galt der 1770 geborene Friedrich Hölderlin als die Stimme eines besseren Deutschlands, an dem sie auch unter widrigsten Bedingungen festhielten: Paul Hindemith vertont Gedichte Hölderlins gleich nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, Hanns Eisler schrieb die Musik zu „Die Heimat“ und „An die Hoffnung“ und weiteren Texten im Hollywooder Exil 1942/43 und der jüdische Komponist Viktor Ullmann komponierte noch 1943 in Theresienstadt Hölderlin-Lieder.

Die Menschenrechte wurden damals fast überall mit Füßen getreten. Erstmals Gesetz wurden sie im August 1789 im Anschluss an die französische Revolution als die „natürlichen, unveräußerlichen und heiligen Rechte des Menschen“. Was aber wissen wir über die, die diese Rechte auch in unserem Land durchsetzen wollten?

Und denen, die sich als die Hüter des Abendlandes aufspielen und dabei ihren Fremdenhass nur schlecht verbergen können, sei Hölderlins „So kam ich unter die Deutschen“ zu Gehör gebracht:

“Es ist auf Erden alles unvollkommen, ist das alte Lied der Deutschen. Wenn doch einmal diesen Gottverlaßnen einer sagte, daß … bei ihnen eigentlich das Leben schal und sorgenschwer und übervoll von kalter stummer Zwietracht ist, weil sie den Genius verschmähn, der Kraft und Adel in ein menschlich Thun, und Heiterkeit ins Leiden und Lieb’ und Brüderschaft den Städten und den Häusern bringt. Und darum fürchten sie auch den Tod so sehr, und leiden, um des Austernlebens willen, alle Schmach, weil Höhers sie nicht kennen, als ihr Machwerk, das sie sich gestoppelt.“

Georg Herwegh über Hölderlin:

“… eine glückliche Hand möge unserer Jugend die Zeugnisse deines Geistes sammeln, daß sie sich von neuem daran erbaue, wenn die dunkle Wolke der Gegenwart drückend über ihrem Haupte lastet! Wir haben soviel Zeit für das Unzeitgemäßeste, und bedenken uns wegen der Minute, die wir einem so himmlischen Genius weihen wollen?”   (Georg Herwegh, 1839)

  1. Schicksalslied
  2. Zornige Sehnsucht
  3. Hymne an die Freiheit
  4. An die klugen Ratgeber
  5. So kam ich unter die Deutschen
  6. Lebenslauf
  7. Die Ehrsucht
  8. Blödigkeit
  9. Hälfte des Lebens
  10. Schwabenmädchen
  11. Abendphantasie –
  12. Rousseau
  13. Der Wanderer
  14. Aussicht (Das letzte Gedicht im Turm)

Dagmar Manzel – Sehnsucht

Podcast-Rezension

Mit der Komischen Oper Berlin verbindet Dagmar Manzel eine ganz besondere und langjährige Beziehung und so überrascht es weder, dass sie ihre neue CD »Sehnsucht« nicht nur größtenteils mit Musiker*innen des Hauses eingespielt hat, noch dass sie das Programm dieser CD erstmals im Haus an der Behrenstraße live mit ihrer fünfköpfigen Band und dem neuen Programm präsentiert. Die bekannten und weniger bekannten Chansons und Lieder bieten in den neuen, pointierten Arrangements viel Raum für Sehnsucht, Melancholie und zum Nachdenken, aber auch für leisen Humor und Komik.

Queer Papa Queer

Queer

Einen Vater, der abhaut – das kennt man. 
Ein Vater, der beim Abhauen Länder- und Systemgrenzen überwindet ist schon seltener. 

Ein Vater, der vom Osten in den Westen flüchtet und seiner in der DDR zurück gelassenen Tochter sein ganzes Leben lang sein Coming Out als schwuler Mann nicht eingestehen will, nicht offenbaren kann, ist Thema von queer Papa queer. 

Das Stück ist eine biografische Recherche mit Objekten, Dokumenten und Puppen und zugleich eine Zeitreise in die Lebenswelt homo- und bisexueller Männer in der DDR und dem Niemandsland zwischen den Systemen. 

Ein Stück über Angst, Mut, Lebensfreude und Repression. Ein Parcours auch über die eigenen Unsicherheiten.

Spiel: Ute Kahmann
Live-Musik: Felix Kroll
Regie: Heike Scharpff
Ausstattung, Puppenbau: Stephan Rätsch
Projektion: Raman Zaya
Dramaturgie: Tom Mustroph

unterstützt von: Schaubude Berlin, Schwules Museum
gefördert von: Bundesstiftung Aufarbeitung, Bezirksamt Pankow, Abt. Kultur
Medienpartner von: TAZ DIE TAGESZEITUNG

Konzept und Produktion: Kahmann & Scharpff GbR 

Pirat Eberhard und die geheimnisvolle Insel

Flaute, kein Trinkwasser, zu essen gibt es auch nichts mehr: Die Crew der Falkenkralle muss eine fremde Insel ansteuern. Ist die Insel bewohnt, verbergen sich hinter Felsen und Dickicht unbekannte Gefahren? Pirat Eberhard, Piratin Elena, Kai und Ratte Luzie pirschen los; Johnny bewacht das Schiff. Plötzlich wird Johnny von einem Fremden bedroht. Wer ist Eindringling? Wer hat hier welche Absichten? Wem gehört hier was und was ist eigentlich Heimat?

Premiere: 29.11.2019

www.figurentheater-luebeck.de/

Punchin’ the cloud

Der Tanz der Algorithmen

Volkstümliches Kaspertheater knallt auf digitale Dramaturgie.

Seppl steht auf Seppl-Optimierungs-Apps – Gretel nutzt selbstverständlich die Baby-App … sie ist ja nicht blöd; Großmutter versteht die Spielregeln nicht; Kasper braucht erst mal ein Profil, der Teufel reibt sich die Hände und 1 und 0 feiern ein Fest!

Der digitale globale Totalitarismus und seine Konsequenzen analog aufbereitet verständlich für jedermann…. 

Wir setzen das analoge Leben dem Waschgang der Digitalisierung aus. Stichworte sind Selbstoptimierung, Ranking, permanente Verfügbarkeit, Standardisierung versus Individualität… Was gilt das fossile Krokodil da wo die digitalmoderne glatte Schönheit gilt? Welche Duftmarken setzt Großmutter mit ihrem Kuchen in der jung dynamisch digitalen Vernetzung? Ist Kasper ein altmodischer Antiheld – oder die Identifikationsfigur des 21. Jahrhunderts: bedürfnisorientiert, egozentrisch, rücksichtslos? Braucht es Helden, die sich zur Wehr setzen, wenn wir alle frei sind?

Auf der Bühne zunächst analoger romantischer Alltag, in den wir wie Emotions-Ingenieure digitale Erfahrungsimpulse setzen. Beiläufig zieht der Teufel in den obersten Stock, errichtet sein beherrschbares Strukturgebäude. Andere behaupten auch einen Platz darin. Es wird eng. Bewegung erfolgt nur noch abgesprochen, ob nach oben oder unten, es wird standardisiert, berechnet … taktvoll im Hintergrund optimieren die Algorithmen den Rahmen. Ein großes Schiebepuzzle: Bilder entstehen und vergehen – solange es Leerstellen gibt… Und um diese entbrennt ein existentieller Kampf…

Wir spinnen die Fäden von Künstlern weiter, die seit den 1940er Jahren die Digitalisierung antizipierten und für den heutigen Zeitpunkt hochrechneten – mittels der holzschnittartigen und radikal anarchischen Form des alten Puppenspiels. Wir verpflichten u.a. Kasper als Urbild des Instinktgelenkten mit Wut und Lust, Teufel mit göttlichem Allmachtswunsch, Seppel als Follower und statten sie mit dem Potential digitaler Möglichkeiten aus. Handpuppendynamik im starken Kontrast zur 2nd Hand Erfahrung des digitalen Zeitalters.

Produktion: puppen.etc
Spiel: Max Howitz und Christiane Klatt
Regie: Kristina Feix

Dramaturgie: Silvia Stutzmann

Ausstattung: Silvia Eisele und Christiane Klatt

Unheimliche Geschichten

In einem Buchantiquariat erwachen um Mitternacht aus drei großen Gemälden der Teufel, der Tod und eine Dirne. Sie erzählen sich fünf unheimliche Geschichten…

Mit seiner außergewöhnlichen Inszenierung und den damals völlig neuen und wegweisenden Film-Effekten erschuf Richard Oswald vor genau 100 Jahren das Genre des Gruselfilms. Es ist auch eine der ersten Literaturverfilmungen, in der unter anderem «die schwarze Katze» von Edgar Allan Poe oder »Der Selbstmörderklub« von Robert Louis Stevenson adaptiert wurden. Die fünf Geschichten sind gelungen durch die Rahmenhandlung verknüpft und werden von den drei damals berühmten Schauspielern Reinhold Schünzel, Conrad Veidt und Anita Berber extrem wandlungsfähig gespielt.

Anita Berber als Dirne war eine Ikone des Lasters, des Sündenbabels Berlin in der Zeit des ersten Weltkrieg, als mit dem Kaiserreich gesellschaftliche Konventionen zusammengebrochen waren und Exzesse aller Art in Mode kamen: ob durch sexuelle Freizügigkeit, Okkultismus oder Drogenrausch. 

Reinhold Schünzel tritt in der Rahmenhandlung als klassischer Mephisto auf. In den Einaktern spielt er fast durchgehend bürgerliche Figuren am Rande des Abgrunds. Darin wirken seine tadellosen Anzüge wie eine Verkleidung, um seine Schuld als Mörder oder seinen Wahnsinn zu tarnen. Schünzel gibt dem durch Krieg und Revolution aus der Bahn geworfenen Bürgertum in Deutschland eine Gestalt.

Auch Conrad Veidt als Tod repräsentiert das Gesicht einer Epoche. Hohlwangig, mit tief liegenden Augen, der hohen Stirn und dem spitzen Kinn steht es für die Hungerjahre unmittelbar nach dem Ende der ersten Weltkriegs, für eine in den Schützengräben traumatisierte Generation. Sein Rollentyp war die des Außenseiters und es ist bezeichnend, dass er mit seinen Anti-Helden zur Leinwand-Ikone jener Nachkriegsjahre wurde. Gibt es einen krasseren Außenseiter, als den Tod, inmitten lauter lebender?

Richard Oswald erlebte bereits 1915 den Durchbruch als Regisseur für seine Kriminalverfilmungen. Große Erwartungen begleiteten also die Premiere von „Unheimliche Geschichten“, die am am 5.11.1919 zu Oswalds 39. Geburtstag in den „Richard-Oswald-Lichtspielen“ stattfand, einem Kino an der Kantstraße in Berlin. Der Abend geriet zum Triumph für den Regisseur und seine Darsteller.

Anlässlich des 100-Jährigen Jubiläums hat der Akkordeonist Felix Kroll eigens eine schaurig klangintensive und virtuose neue Filmmusik komponiert, die er live zum Film darbieten wird.

Lübeckische Blätter

»…spielte der exzellente Akkordeonist Felix Kroll, der die Rezitationen zudem mit Musik von Sofia Gubaidulina und Hanns Eisler bereicherte. Er zeigte, welche vielfältigen Möglichkeiten das Akkordeon besitzt, wenn es über Chansonbegleitung oder Arrangements hinaus eingesetzt wird und gute intelligente Instrumentalisten im Spiel sind…
…Auch die klassische Gestaltung beherrscht Felix Kroll. Domenico Scarlatti d-Moll-Sonate perlte fein ziseliert, hatte kontrastiv satten Vollklang.«

Cufte za mufte

Das 2019 gegründete Ensemble bereichert den Jazz durch seine außergewöhnliche Instrumentation und einer erfrischenden Mischung aus folkloristischer Tradition und klassischer Avantgarde. Die fünf Musiker aus vier unterschiedlichen Regionen Europas (Spanien, Serbien, Türkei und Deutschland) verbinden ihre kulturellen Wurzeln und individuellen Spielweisen gekonnt. Die Eigenkompositionen enthalten neben klassischen Jazzballaden und eingängigen Melodien ebenso traditionelle Rhythmen, sowie schräge Klangexperimente.

Besetzung:

Damir Bacikin – Trompete
Vladimir Veres – Posaune
Felix Kroll – Akkordeon
Ander Perrino – Bass
Ugur Goregen – Perkussion

https://www.facebook.com/Cufte-za-Mufte-301312010739660/

Violetter Schnee

Violetter Schnee

OPER (2019)
Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden

MUSIK VON Beat Furrer
TEXT VON Händl Klaus
basierend auf einer Vorlage von Wladimir Sorokin
in der Übersetzung von Dorothea Trottenberg

Die Welt im Ausnahmezustand. Fünf Menschen sind eingeschlossen in einem unaufhörlichen Schneewehen. Die Zeit scheint stillzustehen. Wird das jemals enden? Jacques bleibt inmitten der Gruppe für sich, er bejaht den Schneefall wie das Nichts, dem er sich weiht – indem er Zwiesprache hält mit dem Schnee, einverstanden mit seinem unheimlichen Wirken. Peter und Silvia dagegen sind bedrückt, ängstlich, pessimistisch. Jan und Natascha versuchen, die Übersicht zu behalten, weiterhin zu hoffen und tätig zu bleiben im Glauben an eine neue Zeit. Zusehends schwerer fällt allen die Fähigkeit, sich mitzuteilen. Was da namenlos geschieht, befremdet alle; sie haben keine Sprache dafür. Als eine Fremde erscheint und spricht – Tanja, die wie in einem Bild durch die Landschaft geht – löst sie zunächst Euphorie aus, gefolgt von tiefer Vereinsamung. Wie ein Projektionskörper, als ein Erinnerungsraum wirkt sie; Jacques meint, in ihr seiner verstorbenen Frau zu begegnen – er rührt an die Membran zwischen Leben und Tod. Nichts aber ist stärker als die Sonne. Im violetten Aufleuchten des Schnees erfährt die Gruppe ihre Auslöschung.
Der Schweizer Komponist Beat Furrer – kürzlich mit dem Ernst-von-Siemens Musikpreis ausgezeichnet – gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. In seinen zahlreichen Musiktheaterwerken steht das Verhältnis von Sprache und Klang besonders im Zentrum. »Violetter Schnee« reflektiert die existenziellen Erfahrungen des Fremdwerdens und des Verlusts der Sprache angesichts einer drohenden Katastrophe und übersetzt diese in eine suggestive musikalisch-sprachliche Struktur.

Usher

Usher

KAMMEROPER (2018)
MUSIK VON
Claude Debussy / Annelies Van Parys
TEXT VON
Claude Debussy / Gaea Schoeters nach
»The Fall of the House of Usher«
von Edgar Allan Poe

Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden und der Folkoperan Stockholm

Neben seiner einzigen vollendeten Oper »Pelléas et Mélisande« verfolgte Claude Debussy zahlreiche weitere Musiktheaterprojekte, die jedoch nie realisiert wurden. Spätestens ab 1908 fesselte ihn die Kurzgeschichte »The Fall of the House of Usher« des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. In Poes literarischer Vorlage wird ein namenloser Jugendfreud Zeuge des inneren und äußeren Verfalls des letzten Sprosses eines untergehenden Adelsgeschlechts. Die zwischen Angst, Delirium und Rausch changierenden Zustände Roderick Ushers sind hierbei mit atmosphärischen Bebilderungen der Umgebung des geheimnisvollen Familienanwesens verbunden: einer unheimlichen Sumpflandschaft, einer Gruft, in der die angeblich verstorbene Zwillingsschwester Rodericks, Lady Madeline, beerdigt wird und nicht zuletzt mit dem Haus selbst, das geisterhaft zum Leben erwacht.

Die Belgierin Annelies Van Parys gehört spätestens seit ihrer ersten auf einem Film Alfred Hitchcocks basierenden Oper »Private View« 2015 zu den innovativsten Komponistinnen des zeitgenössischen Musiktheaters und zeichnet sich durch ein besonderes Interesse für die Facetten der menschlichen Singstimme sowie eine eigenwillige Instrumentationsweise aus. Ausgehend von dem Material der unvollendet gebliebenen Oper – Debussy hinterließ neben mehreren Libretto-Entwürfen ein musikalisches Fragment von ca. 20 Minuten sowie einige Skizzenblätter – entwickelt Van Parys in »Usher« ein Kammermusiktheater, das auf spezifische Art und Weise die »Kategorie des Unheimlichen« musikalisch wie theatral erforscht.

MUSIKALISCHE LEITUNG – Marit Strindlund
INSZENIERUNG, BÜHNENBILD, LICHT – Philippe Quesne
KOSTÜME – Philippe Quesne, Christin Haschke
DRAMATURGIE – Roman Reeger

RODERICK USHER – David Oštrek
L’AMI – Martin Gerke
LADY MADELINE – Ruth Rosenfeld
LE MÉDECIN – Dominic Kraemer

Termine: 12.10.2018 – Premiere
weitere Termine: 14.10., 16.10., 19.10., 21.10., 24.10., 26.10., 30.10.

Revolution

Zum 9. November und dem 100. Jahrestag der Novemberrevolution von 1918 erscheint unser 10. Album: Es heißt schlicht und einfach “REVOLUTION” und enthält 17 Lieder aus den Kämpfen gegen den Weltkrieg und für Pressefreiheit und Menschenrechte, Wahlrecht für alle

Zwischen Chanson und Rock. Kinderlied und Friedenshymne Reggae und Musettewalzer werden vielfältigste musikalische Register gezogen. Unbekannte und bekannte Autoren von Erich Mühsam bis Bertolt Brecht, Ferdinand Freiligrath bis zum ersten bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner eint eins. Anarchisten und Christen, Sozialisten und Demokraten gemeinsam für die Republik und gegen den Kapitalismus.

Komm mit kleine Angst

Mia geht auf Entdeckungtour. Was ist das? Die Neugier hüpft vor ihr weg. O, kann das gefährlich sein? Die kleine Angst ist immer schnell zur Stelle. “Nimm sie einfach mit!” Sagt die alte Gioia. “Unsere Angst ist auch unsere Vorsicht und beschützt uns. – Und vergiss die Freude nicht!”
Eine Geschichte über unsere Emotionen, wie sie heißen und was sie so treiben
Mindestalter: 4

Idee und Stückentwicklung Christiane Klatt und Uwe Günzel
Spiel: Christiane Klatt, Ausstattung: Christiane Klatt, Silvia Eisele
Regie: Uwe Günzel;
Premiere: 14. September 2018

Die wilden Lieder des jungen Marx

Das neunte Album der Grenzgänger basiert auf den vielen hundert Gedichten und Liedtexten, die Karl Marx als 18-jähriger Student in Bonn verfasste. Das überwiegend live eingespielte Album enthält Lieder an seine spätere Frau Jenny, an den Vater und frühe Gesellschaftskritik. Ein ungewöhnlicher Blick auf den immer wieder aktuellen Kritiker des Kapitalismus, dessen gemeinsam mit seinen Freund Friedrich Engels verfasstes “Kommunistisches Manifest” zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Durch die musikalische Umsetzung werden der Zorn, die Zärtlichkeit, die unbändige Leidenschaft des jungen Karl Marx und seiner Generation spürbar, die die Revolution von 1848 in vielen Ländern Europas begann. Eines der zentralen Lieder lautet entsprechend im Refrain: “Darum lasst uns alles wagen, niemals rasten. niemals ruhn ….. nur nicht dumpf dahin gegangen, ängstlich in dem niedern Joch , denn das Sehnen und Verlangen und die Tat, die bleibt uns doch!”

Premiere im Rahmen der 200-Jahre-Marx-Feiern der Stadt Trier am 5. und 6. Mai.

Die Titel:
Jenny Jenny Jenny — In seinem Sessel´das Publikum – Spielmann — Lied der Gnomen — Die Zerrissene — Vorwurf  — Empfindungen — Männerl und Trommerl — Das Gift — Wunsch — 15 Pfennige — Weltgericht — Pustekuchen — Mit uns zieht die neue Zeit

Cause of death: unknown

Dokumentation Norwegen 2018 | arte

Seit Jahren hatte die Schwester der Regisseurin Anniken Hoel an psychischen Problemen gelitten. Sie war von zahllosen Ärzten untersucht und diagnostiziert worden, wurde immer wieder in Kliniken eingewiesen. Ihr Tod im Jahr 2005, als sie nur 34 Jahre alt war, kam dennoch überraschend – und wurde nie geklärt. Todesursache unbekannt – das sagten zumindest die behandelnden Ärzte. Mit dieser Antwort wollte sich Anniken Hoel nicht zufriedengeben und begab sich auf eine langwierige Recherche. Dabei deckte sie kaum zu glaubende Machenschaften der Pharmaindustrie auf, die Milliarden umsetzt und vorgeblich das Wohl der Menschen im Sinn hat.

https://www.cause-of-death-unknown.com

Ein persönlicher, investigativer Film einer Autorin, die ihre Schwester durch Medikamente gegen eine psychische Erkrankung verloren hat. Ein Film über Psychopharmaka und die gefährlichen Geheimnisse der großen Pharmaunternehmen. Nachdem ihre Schwester plötzlich und unerwartet starb, während sie mit verschreibungspflichtigen Antipsychotika behandelt wurde, forscht Anniken Hoel nach über die Verantwortung der Pharmaindustrie, das ungebremste Wachstum psychiatrischer Diagnosen und Medikamente und die Korruption staatlicher Aufsichtsbehörden. Wie kann es sein, dass Pharmaunternehmen Einfluss auf die Richtlinien haben, nach denen psychische Krankheiten diagnostiziert werden? Also mitbestimmen, wann Medikamente verschrieben werden?

Der über einen Zeitraum von zehn Jahren entstandene Film ist gleichzeitig persönlich und investigativ. Er folgt Anniken Hoel, die Antworten nicht nur nach den Ursachen des Todes ihrer Schwester sucht, sondern auch nach dem Zehntausender von Menschen weltweit, die ebenfalls ein ähnliches Schicksal erlebt haben. Todesfälle und Schäden, die bisher so gut wie ignoriert wurden. Ausgehend von einer kleinen Stadt in Norwegen und auf Reisen durch Skandinavien, die EU und die USA enthüllt der Dokumentarfilm „Todesursache: Unbekannt“ das Innenleben und die Motivationen einer mächtigen Industrie, die kontinuierlich Gewinne vor den Menschen stellt und viel zu einflussreich ist, um zu definieren, wer normal und wer krank ist.

Film von Anniken Hoel

Sommertag

Kammermusiktheater
Musik und Text von Nikolaus Brass nach dem gleichnamigen Stück von Jon Fosse

Eine Produktion der Staatsoper Berlin

Seit vielen Jahren wartet eine Frau auf ihren Mann, der vor langer Zeit auf den Fjord hinausfuhr und spurlos verschwand. Als sie an einem schönen Sommertag Besuch von einer Freundin erhält, beginnt sie sich an den Tag der letzten Begegnung mit ihrem Mann Asle zu erinnern. In Rückblenden durchlebt sie abermals den Schmerz der die Beziehung prägenden Sprachlosigkeit und versucht, die Motive für sein Verschwinden zu ergründen.
2014 brachte der Münchner Komponist Nikolaus Brass mit »Sommertag« sein erstes Musiktheaterwerk zur Uraufführung. Die bedrückende Atmosphäre des gleichnamigen Theaterstücks des norwegischen Autors Jon Fosse übersetzt Brass hier eindringlich in Musik. Diese übernimmt über weite Strecken eine Kommentarfunktion bzw. wirkt als Ausdruck des im Text Nichtgesagten. Das zentrale Thema der Aufhebung der Zeit zeigt sich auch in der flexiblen Struktur der Stimmen, die an vielen Stellen vom Sänger- und Instrumentalensemble frei und somit in »Eigenzeit« gestaltet wird.

BESETZUNG

MUSIKALISCHE LEITUNG
Max Renne
INSZENIERUNG
Eva-Maria Weiss
AUSSTATTUNG
Lisa Fütterer
LICHT
Murat Özuzun
DRAMATURGIE
Benjamin Wäntig
JUNGE FRAU
Sarah Aristidou
ÄLTERE FRAU
Anne Schuldt
DIE FREUNDIN
Natalia Skrycka
ASLE
Matthew Peña
DER MANN/DIE STIMME
Bartosz Araszkiewicz
EIN TÄNZER
Valentin Schmehl
MITGLIEDER DER STAATSKAPELLE BERLIN

VORWORT
Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn
Referent: Benjamin Wäntig

Termine: 10.02.2018 – Premiere
weitere Termine: 13.02., 16.02., 21.02., 23.02., 01.03., 03.03.

Georg Herwegh: Lieder eines Lebendigen

Die Grenzgänger spielen die Lieder von Georg Herwegh, einem der populärsten deutschsprachigen Dichter des 19. Jahrhunderts, mutigem Streiter für Demokratie und vorausschauendem Euopäer.

Der Zeitgenosse von Heinrich Heine, Hoffmann von Fallersleben, Karl Marx und Ferdinand Lassalle floh mit 22 Jahren in die Schweiz, um einer Haftstrafe wegen „Subordination“ und der Zwangsrekrutierung zu entgehen. Zwei Jahre später gelang ihm mit den „Gedichten eines Lebendigen“ einer der grössten literarischen Erfolge im Deutschland des 19. Jahrhunderts, was ihm sogar eine Privataudienz beim preußischen König einbrachte, der ihn aber anschließend des Landes verwies. In der 1848er Revolution kämpfte er gemeinsam mit seiner Frau Emma in der von ihnen aufgestellten Deutschen Demokratischen Legion. Manche seiner Lieder wirken bis heute, wie die Zeilen „Alle Räder stehen still / wenn dein starker Arm es will“ aus dem Bundeslied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, dem Vorläufer der SPD, deren Gründungsmitglied er war. Bis heute gibt es keine umfassendere musikalische Würdigung seiner Lieder, von denen viele aber auch heute noch von großer Aktualität sind.

Die Titel:

Mein Deutschland strecke die Glieder / Protestlied / Reisst die Kreuze aus der Erden / Viel gesungen müd gerungen / Bet und Arbeit ruft die Welt (Bundeslied) / Das Lied vom Hassen / Einladung in die Berge / Germania mir graut vor dir / Leicht Gepäck / Schlafe was willst du mehr / Und immer mehr Soldaten / Im Parla-Parla-Parlament

Vom Fischer und seiner Frau

eine Versuchungsanordung über das Glück mit Nicole Weißbrodt, Puppe und Objekten für Menschen ab 6 Jahren

Der Fischer und seine Frau leben in einem alten Pisspot. Es ist eng, oft kalt und manch mal regnet es rein – doch haben sie sich eingerichtet. Haben sie? Denn eines Tages fängt der Fischer einen verzauberten Butt, der Wünsche erfüllen kann! Ein größeres Haus mit Garten, wäre schon fein! Doch wenn plötzlich alle Wünsche in Erfüllung gehen, wann soll man damit aufhören? Gibt es Grenzen? Und was passiert, wenn man diese überschreitet?

Zusammen mit einem magischen Butt findet Nicole Weißbrodt in der merkwürdigen Arbeitswelt von Erwachsenen das bekannte Märchen über Gier, Maßlosigkeit und die Frage, was uns glücklich macht. Aus Objekten entsteht die Welt des Fischers und seiner Frau und das Spiel nimmt seinen Lauf!

Dauer: 1 Stunde
Web: nicole-weissbrodt.de
Premiere: 13. Oktober 2017
weitere Termine

Experimental


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Büdelsdorf

»Krolls Akkordeon-Spiel ersetzte ein ganzes Orchester. Wieder einmal ein Beweis, dass dieses Instrument zu unrecht als Quetschkommode und angestaubt angesehen wird. Wer es beherrscht, vermag ihm einen modernen Sound zu entlocken.«

Weserkurier

»…sorgte der Berliner Konzertakkordeonist in der Warflether Konzertkirche am Sonntagabend mit seinem Programm „Alte Männer, neue Frauen“ für ein volles Haus und begeisterte weit über 100 Konzertbesucher.
…hatte der 28-Jährige sein Publikum vom überaus breiten Spektrum moderner Akkordeonmusik überzeugt.«

Wulkow

»Was Kroll seinem Instrument entlockt, ist ein Kosmos für sich – vom fernen Schnattern der wilden Schwäne bis zum dissonanten Gefechtslärm.«

Brot & Rosen

Ausgezeichnet für den Preis der deutschen Schallplattenkritik in den Sparten „Liedermacher“ und „Folk & Singer-Songwriter“ – gemeinsam mit Kollegen wie Rainald Grebe, Quadro Nuevo und anderen. Dass wir mit einem Album mit deutschen Volksliedern wie „Die Loreley“, „Wenn alle Brunnen fließen“ oder „Freude schöner Götterfunken“ dort nominert wurden, ist sicher außergewöhnlich.

Das siebte Album der Grenzgänger enthält Lieder von der Liebe aus sechs Jahrhunderten und ihren Bedingungen im Alltag. Neu arrangiert und in bestechender Audioqualität, mit Cello, Akkordeon, akustischen Gitarren. Die Band wurde im Studio erweitert um Kontrabaß und Schlagzeug, dazu die Stimme der Bonner Strassenmusikerin Cynthia Nickschas, die auch schon mit Konstantin Wecker auf Tournee war, Bekannte Lieder wechseln ab mit Neuentdeckungen aus dem Freiburger Volksliedarchiv.

Das vierzigseitige (!), extra große und reich bebilderte Booklet unterstützt den Hörgenuß. Es enthält die Texte aller Lieder und Hintergrundinformationen zu ihrer Entstehung.

“Urvertraut und doch unerhört neu: ein kleines Meisterstück! (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)
Verneigenswert!”
(Westfälische Rundschau)
“Ein wunderbares Album!” (Folktied)

Lesung mit Corinna Harfouch:
Wolfgang Hilbig

Monolog aus einigen Tagen meines Lebens.

Im Innern ruht der Wille,
doch ein Ziel, das ist so weit
und das Ziel heißt: Freier leben,
doch das ist keine Kleinigkeit.

Musikalische Lesung mit Corinna Harfouch, Catherine Stoyan und Felix Kroll
Wolfgang Hilbig gehört zweifellos zu den originellsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Der 2002 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Lyriker und Romanautor beschäftigte sich in seinem Werk mit Krieg und Diktatur, mit Leben und Tod: die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich. Am 31.8.1941, inmitten der Nazi-Diktatur in Meuselwitz/Sachsen, geboren, wuchs er nach dem Zweiten Weltkrieg in der nächsten deutschen Diktatur auf. Immer wieder finden sich in seinen Texten Spuren dieser Prägung. Als er 1994 in den Prenzlauer Berg zog, in den Bezirk, in dem die viel besungene, unabhängige Literaturszene der untergegangenen DDR angesiedelt war, kam er dort an, wo er hingehörte: Hier wurde er – mit all seiner Bescheidenheit und Zurückhaltung – zu einem der wichtigsten und einflussreichsten Autoren in dieser Zeit.

Corinna Harfouch liebt Hilbigs Texte und trägt sie mit jener Intensität und Präsenz vor, die sie zu einer außergewöhnlichen Schauspielerin unserer Zeit machen. Corinna Harfouch wurde in Suhl geboren. Für ihre Rolle in dem Theaterstück “Des Teufels General” wurde sie 1997 zur “Schauspielerin des Jahres” ernannt. Begleitet wird sie von Felix Kroll am Akkordeon und der Schauspielerin Catherine Stoyan.

Lesung mit Dagmar Manzel:
AGOTA KRISTOF

eine musikalische Lesung mit Dagmar Manzel

Ehrlich, lakonisch und gnadenlos im Blick auf die Welt: Ágota Kristófs kurze Prosastücke kreisen um die Themen Exil, Entwurzelung und Einsamkeit. Sie handeln von der Suche nach einem verlorenen Glück, von der Hoffnung auf bessere Zeiten, von Resignation. Schauspielerin und Grimme-Preisträgerin Dagmar Manzel interpretiert diese Geschichten voller Nuancen und findet für jede ihren ganz eigenen Ton. In Liedern aus der Oper „AGOTA?“ von Helmut Oehring tritt sie dabei eindrucksvoll in einen Dialog mit der Autorin.

NIERSPROTOKOLL

Vom Lebenslauf eines Flusses

Ist sie nicht schön unsere Niers! Gerne besuchen wir ihre Ufer. Vielen ist sie Heimat, manchen gab und gibt sie ihr täglich Brot. Doch die Niers scheint unzufrieden. Warum braust sie immer noch auf? Haben wir denn nicht alles unternommen, um sie zufrieden zu stellen?

Mit Puppentheater und Schauspiel, mit Stoff, Objekten und Musik erzählen wir im NIERSPROTOKOLL von der Geschichte und den wechselnden Gesichtern dieses Wasserlaufs.

Launisch und bockig kam die Niers früher daher. Mit ihrem oftmals maßlos ausuferndern Charakterzug war sie eine schwierige Gesellin. Doch der Mensch hat sie sich zueigen gemacht, sie von ihren „Störungen“ geheilt und ihre Kräfte für sein wirtschaftliches Fortkommen genutzt.

NIERSPROTOKOLL widmet sich der Beziehung Mensch Natur. Schildert auf poetische, humorvolle, manchmal wilde und auch traurige Art den Werdegang der Niers – einem Fluss ohne Quelle.

PREMIERE am 17. September 2016
weitere Spieltermine:
24.September 2016, 16.30 Uhr, Bahnhofsunterführung Geldern (Stadtseite)
5.Oktober 2016, 20.00 Uhr Ratssaal Goch
30. Oktober, 15.00 Uhr, Roepaen, Ottersum, Niederlande, www.roepaen.com

Spiel: Die Fabulanten, Nadja Bükow und Carsten Jensen
Regie: Susanne Henke
Musik: Felix Kroll
Technik: Christoph Wassenberg

Duo im Goldrausch

Sabina Matthus-Bebié: Klarinetten

Das „Duo im Goldrausch“ nimmt mit seinem Namen sowohl Bezug auf die Goldbergvariationen, dessen Glanz beide Musiker rauschhaft verfallen sind, als auch auf die Goldgräberstimmung bezüglich des Oevre dieser fantastischen Besetzung. Denn Anlass zur Gründung des Duos war eine Uraufführung einer Komposition von Helmut Oehring. Und so sind die beiden Musiker rastlos auf der Suche nach neuem Material aus der zeitgenössischen Musik und arrangieren Schätze der alten Musik.

Goldberg variiert

Das Werk gilt als eine der anspruchsvollsten Klavierkompositionen Bachs. Für Interpreten, die ein modernes Klavier verwenden, gilt dies besonders, da das Werk in weiten Teilen für ein zweimanualiges Instrument (Cembalo) komponiert wurde und sich die Ausführung mit nur einer Klaviatur stellenweise als äußerst schwierig erweist.
Seit der Bach-Renaissance zu Beginn des 19. Jahrhunderts sind Aufführungen mit zahlreichen weiteren Instrumenten üblich geworden, von der Orgel und dem Akkordeon bis hin zum Streich- und Saxofonquartett. Ausgehend von dieser Aufführungsgeschichte hat Felix Kroll das Werk für eine Wiedergabe mit Klarinette und Akkordeon eingerichtet. Auch die Bassklarinette kommt in einigen Variationen zum Einsatz. Diese Kombination kommt besonders den Kanons zugute, da man durch die unterschiedlichen Klangfarben die Stimmführung deutlicher wahrnehmen kann.

„Schon die Aria am Anfang verspricht eine Stunde reinen Genusses. Während das Akkordeon vom Klang her immer einmal wieder an ein Cembalo erinnert, bringt die Klarinette … ein völlig neues Timbre in das Stück… Samtig tief setzt sie dem heiteren Akkordeon eine wehmütig-ernste Melancholie entgegen. Wie eine zweite Stimme, die insbesondere in den Kanons zu einem Dialog mit dem Akkordeon wird. Mal feierlich, mal zierlich, mal in strenger Schönheit, mal in süßer Schwermut spielen sich die beiden Instrumentalisten in den Rausch der Variationen.“ Regine Buddeke

Come not near

2015 schrieb der Komponist Helmut Oehring das Stück „come not near“ für das Duo – eine starke Vertonung eines Shakespeare Textes. Für die Uraufführung dieses Werkes entstand so das Programm bestehend aus Originalwerken der letzten 20 Jahre für Klarinette und Akkordeon.
Helmut Oehring – „come not near“ (2015)
Isabelle Mundry – „Spiegelbilder“ (1996)
Iris ter Schiphorst – „Miniaturen“ (2008)
Toshio Hosokawa – „In die Tiefe der Zeit“ (1994/96)
Uros Rojko – „Vox“(2001)
Helmut Zapf – „Sommer“ (1998)

L’histoire du tango

Der bekannte Komponist Astor Piazzolla schrieb eine Suite – eine Art Hommage an die Geschichte des Tangos – bestehend aus den vier Sätzen Bordel-1900, Café- 1930, Nightclub-1960 und Concert d’aujourd’hui. Sie markieren die Entstehungspunkte dieser berühmt gewordenen Musikrichtung innerhalb eines Jahrhunderts.

Wolfsfrau

Wenn die Knochenmännchen klopfen...

Zurück aus dem Büro?
stressiger Tag, aber jetzt endlich zu Hause…
Gottseidank, erst mal eine Tasse Kaffee und die Füße hochlegen?
raschelt es da in der Ecke? Wohin führt denn die Tür?

… Ach, morgen ist auch noch ein Tag…

Spieldauer 70 min. ohne Pause

Spiel Christiane Klatt
Regie Susanne Henke
Musik Felix Kroll
Figuren Silvia Eisele (Tischfigur), Christiane Klatt
Ausstattung Christiane Klatt, Sophie Yarde-Buller
Produktionsassistenz Sophie Yarde-Buller

Premiere 07. Mai 2015, Berlin

Zeitgenuss

Der Jahrgang 1685:
J.S. Bach, G.F. Händel, D. Scarlatti

trifft auf die Frauen der Gegenwart:
S. Gubaidulina, Y. Pagh-Paan und A. Schlünz

Die drei großen Komponisten der Barockzeit, die nicht nur im selben Jahr geboren sind, sondern sich auch gegenseitig durch ihr Schaffen und Wirken in drei unterschiedlichen Ländern Europas beeinflusst haben. Und doch hat jeder seinen unvergleichlichen individuellen Stil geschaffen. Ihnen werden drei weibliche Vertreter der Gegenwart gegeüber gestellt, aus fast drei verschiedenen Generationen, die ihrerseits die Kulturlandschaft prägen und weiter prägen werden.

Georg Friedrich Händel (1685-1759) – Suite in d-Moll HVW 436 (II/3)
Domenico Scarlatti (1685-1757) – Sonate in A-Dur K 208
Sonate in d-Moll K 141
Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Englische Suite Nr.2 a-Moll BWV–807

Sofia Gubaidulina (1931) – De Profundis (1978)
Younghi Pagh-Paan (1945) – Ne Ma Um (1996)
Annette Schlünz (1964) – Journal N°2 “Schneland” (2007)

Dauer: ca 2x 40 min.

Ringelnatz

Mit seinen eigenen Worten quer durch Dichtung und Leben von Joachim Ringelnatz schiffen wir durch den Abend – seinem Witz auf der Spur, seinem Scharfblick, seiner Zeit, seiner Sehnsucht und Liebe, seiner Wut und Enttäuschung, Melancholie und Trauer?

Regie: Susanne Henke
Spiel und Ausstattung: Christiane Klatt
Dramaturgie: Katharina Tarján
Großfigurenbau: Silvia Eisele
Kostüm: Dagmar Klatt
Technik: Anthony Gaughan
Werkstatt: Dagmar Klatt, Sophie Yarde-Buller

“Ach ich möchte einmal wieder
als Matrose im Atlantik kreuzen,
um mein Herz und meine Lieder
in die wilden Wetter auszuschneuzen…”

Premiere: 01. August 2014
Spieldauer: 110 min. inkl. Pause

Piaf

von Pit Holzwarth Ein außergewöhnlicher Abend über ein außergewöhnliches Leben

Ein Leben, das beginnt wie ein Groschenroman, früh endet und bis heute als Mythos fortbesteht. Edith Piaf ist nicht nur die berühmteste Sängerin Frankreichs, ihr Name ist der Inbegriff des französischen Chansons. Mit dem rauen Klang ihrer unverwechselbaren Stimme hat sie diesem Genre neues Leben eingehaucht. Der Dreck der Straße, ihr Milieu – das ist ihre Inspiration.
Regisseur Pit Holzwarth (»Rio Reiser – Der Kampf ums Paradies«) nähert sich in ungeschönten Szenen und der Interpretation ihrer Songs unter der musikalischen Leitung von Willy Daum dem Leben dieser kleinen großen Frau, die trotz aller Widerstände und Schicksalsschläge nie müde wurde zu beteuern: »Non, je ne regrette rien« – ein Songtitel, der zum Leitmotiv ihres Lebens wurde.

Premiere 28/01/12 | Großes Haus Theater Lübeck
Inszenierung Pit Holzwarth | Ausstattung Werner Brenner
Musikalische Leitung und Arrangements Willy Daum

Das Grimassenphänomen

Musiktheater von und mit Wolfgang Krause Zwieback und Felix Kroll

Wolfgang Krause Zwieback – Buch, Regie, Bühne, Spiel

Felix Kroll – Euphorisches Akkordeon

Bernd E. Gengelbach, Peter Schneider – Technik/Bühne

Die Präsentation des großen Wagens im Kurhaussaal ist ungewollt. Denn Paul Peter dreht nach langer Krankheit nur eine Runde. Im Saal streikt der Wagen. Er geht zu Fuß. Im Kaufhaus trifft er den Detektiv Pol Pippi mit dem Spürhund Pad Pul. Sie alle werden Zeugen. Mit diebischer Freude. Beide verfolgen ihre Spuren. Paul Peter recherchiert weiter am Grimassenphänomen.

Der Hochspringer

Ein musikalischer Monolog mit euphorischem Akkordeon

Wolfgang Krause Zwieback Inszenierung, Buch, Spiel

Felix Kroll Akkordeon

Zeit zu springen.
Stabhoch und springen.
Es geht los!…
Jetzt noch die Durchsage…
Wo bleibt die Durchsage?….
Basti springt über den Zaun…
Hindernisse beseitigen, indem man sie überspringt.
Das Schwierigste ist das Warten.
Und die Zweifel kriechen an dir hoch. Lähmen dich.
Ziehen dir das Fell über die Ohren. Machen dich schwach und zittrig.
Dann wird es Zeit. Zeit zu springen… .. ..
50 Meter Anlauf. Volles Programm. Höchstgeschwindigkeit.
Stab in den Kasten. Hochschwingen…
Und im Handstand auf dem Stab verweilen………………

Noch nie

Eine Umarmung für eine Schauspielerin, zwei Tangotänzer
und ein viel zu junges Akkordeon
nach einer Kurzgeschichte von Andrea Keil

«Tango entsteht aus Verzweiflung und endet darin. Er ist die Vorbereitung all dessen, was nie geschieht, eine Erinnerung an etwas, das niemals war. Eine Umarmung, die folgenlos bleibt.»(aus: W. Fleischhauer, Drei Minuten mit der Wirklichkeit)

SIE ist eine gestandene, zufriedene Frau, glücklich verheiratet, gut situiert mit drei fast erwachsenen Kindern. Sie tanzt Tango – zum Spas.
Sie verliebt sich – das war nicht geplant.
Eine lange Nacht lebt sie ihren Traum, träumt sie ihr Leben neu, anders, hält Rückschau, visioniert, liebt, lacht und weint.
Immer wieder scheinen getanzte Emotionen des Abends, der Nacht auf, machen die Zerrissenheit und das Ringen der Frau sichtbar.

Sigrid Dettlof stellt sich der Herausforderung, einen Theater-Monolog mit dem Tango zu verbinden – sie lässt ihre Gefühle vertanzen und spielt die Berührung des Tangos. Ein sinnlicher, sehnsüchtiger und schonungsloser Theaterabend voller Humor und lustvollem Leiden.
im Theater Combinale Lübeck

Pirat Eberhard

Ein Abenteuer für Piraten von 4-12 Jahren

Pirat Eberhard sticht mit Schatzkarte, Schiffsjunge und Matrose in See.
Wo mag die Insel San Cristobal sein und wo ist die schöne Kapitänin Elena?
Ein Seeungeheuer hat Elenas Schiff versenkt. Sie und ihre Ratte kommen als Schiffbrüchige zu Pirat Eberhard.
Alle fünf, obwohl grundverschieden, halten jedoch bei Gefahr gut zusammen und wagen sich mutig an die rasanten Abenteuer auf hoher See.

PREMIERE: 30. April 2014

www.figurentheater-luebeck.de/

Lappen will mit

Ein Clown wird aus dem Zirkus geworfen, als er sich beschwert, bekommt er noch einen Lappen an den Kopf…

Als er den ärgerlich zurückwerfen will, wird dieser lebendig. Der Clown hilft dem Lappen zu Form, das gefällt dem Lappen, er probiert auf seinen neuen Beinen und Armen zu stehen, auch auf dem Kopf!
Er will auch eine Nase, wie der Clown!
www.puppen-etc.de

Spiel für einen Spieler, einen Koffer und einen Lappen
45 min. ab 3 Jahren

Meinten Sie: Red

mit Kompositionen von Peter Gahn

“mit geliehener Aussicht – Umgebung 1 + 2”
(1997/ 98 – 2000)
für Ensemble

“reading unicorn skulls – the town
(engraved dreams)” (1999)
für Koto, 4 Hyoshigi, Klar, Vln und Schlgzg

“atonoba I + II” (2002/ 2004)
für Schlgzg, Fl, Vc und Pf

“ink, colours and gold on paper II + III
– surroundings 2” (2005/ 2007)
für Akkordeon, Schlgzg, Fl und Vc

“Meinten Sie: RED II – Sextettversion” (2007)
für Pf, Tuba, Schlgzg, Fl, Klar und Vc

“Diagonalen in kubischen Räumen I – III”
(2013/ 2015)
für Ensemble

ensemble reflexion K und Gäste

Dreyer Gaido Musikproduktionen (21097)

ensemble reflexion K

Beatrix Wagner – Flöte (1, 3, 4, 5, 6)
Joachim Striepens – Klarinette (1, 2, 5, 6)
Damir Bacikin – Trompete (1, 6)
Matthias Jann – Posaune (1, 6)
Johannes Fischer – Schlagzeug (1, 3)
Jonathan Shapiro – Schlagzeug (2, 4)
Martin von der Heydt – Klavier (1, 3, 5, 6)
Lenka Zupkova – Violine (2, 6)
Christiane Veltman – Viola (1, 6)
Burkart Zeller – Violoncello (1, 5, 6)
Heiko Maschmann – Kontrabass (1)

Gerald Eckert – Leitung (1, 2, 5, 6)
– Violoncello (3, 4)

Gäste

Jan Termath – Tuba (5)
Felix Kroll – Akkordeon (4)
Naoko Kikuchi – Koto (2)
André Wittmann – Schlagzeug (1, 5, 6)

On the edges

mit Kompositionen von Gerald Eckert

“An den Rändern des Maßes” (2005-11)
für zwei Ensemblegruppen

“Bruchstücke… erstarrtes Lot” (1998/ 99)
für Ensemble

“Sopra di noi… (niente)” (2014)
für kl. Orchester

ensemble reflexion K und Gäste

mode records (mode 288)

ensemble reflexion K

Beatrix Wagner – Flöten (1, 3)
Joachim Striepens – Klarinetten (1, 2, 3)
Jorge García del Valle Méndez – Fagott (1), Kontrafagott (3)
Delphine Gauthier-Guiche – Horn (3)
Damir Bacikin – Trompete (1, 3)
Matthias Jann – Posaune (1, 2, 3)
Johannes Fischer – Schlagzeug (1)
Jonathan Shapiro – Schlagzeug (2, 3)
Martin von der Heydt – Klavier (1, 2, 3)
Lenka Zupkova – Violine (1, 3)
Christiane Veltman – Viola (1, 2, 3)
Burkart Zeller – Violoncello (1, 3)
Heiko Maschmann – Kontrabass (1, 2, 3)

Gerald Eckert – Leitung

Gäste

Sebastian Wendt – Kontrabassklarinette (3)
Karsten Süßmilch – Kontrabassposaune (3)
André Wittmann – Schlagzeug (2, 3)
Felix Kroll – Akkordeon (2, 3)
Nikolaus Schlierf – Viola (3)
Anne Gayed – Violoncello (3)
Nora Matthies – Violoncello (3)
Daniel Sorour – Violoncello (3)
Katrin Maschmann – Violoncello (3)

Zum Beispiel wogende Äste

mit Kompositionen von Nicolaus A. Huber

“leggiero mit weissglut” (2007)
für Bassflöte (Piccolo), Schlagzeug und Klavier

“Zum Beispiel: Wogende Äste” (2011)
für Ensemble

“O dieses Lichts!” (2002)
für Flöte, Klavier und Violoncello

“Ohne Hölderlin” (1992)
für Kontrabass und Klavier

“Werden Fische je das Wasser leid?” (2003)
für Sopran und Ensemble

ensemble reflexion K und Gäste

Coviello classics COV 91509

ensemble reflexion K

Beatrix Wagner – Flöten (1, 2, 3)
Joachim Striepens – Klarinette (2)
Matthias Jann – Posaune (2)
Johannes Fischer – Schlagzeug (1, 2)
Jonathan Shapiro – Schlagzeug (5)
Martin von der Heydt – Klavier (1, 2, 3, 5)
Lenka Zupkova – Violine (2)
Christiane Veltman – Viola (2)
Burkart Zeller – Violoncello (2, 3, 5)
Heiko Maschmann – Kontrabass (2, 4, 5)

Gerald Eckert – Leitung

Gäste

Katja Fischer – Sopran (5)
André Wittmann – Schlagzeug (5)
Felix Kroll – Akkordeon (5)
Ninon Gloger – Klavier (4), Celesta (5)
Katrin Maschmann – Violoncello (5)

Votum

Meisterwerke in neuer Bearbeitung
arrangiert für Solocello, Klarinette, Akkordeon, Kontrabass

Der experimentierfreudige Cellist David Stromberg und sein Votum-Ensemble bringen herausragende Meisterwerke neu interpretiert zu Gehör. Im Fokus stehen bekannte und beliebte Kompositionen, die in eine neue Konzertform transformiert werden und so einen neuen Reiz bieten. Das Reizvolle daran: Es werden Werke gespielt, die üblicherweise einen großen Orchesterapparat benötigen. Kurzum: Sinfonisches Repertoire wird in Kammermusiksäle gebracht! Das Besondere daran ist, dass dadurch ein vollkommen neuartiger Zugang zu bekannten Kompositionen gefunden wird. Durch die Bearbeitungen wird neues Hören ermöglicht, faszinierende Zusammenhänge aufgezeigt und ein spannendes Musikerlebnis geboten. Dennoch bleibt die Essenz der Meisterwerke unangetastet. Basis dafür ist natürlich enormes Können, Schwung und Leidenschaft!

Die Kombination Violoncello, Klarinette, Akkordeon und Kontrabass bietet sich an, weil der Klang dieser Instrumente zum Klang des Violoncellos kontrastiert und der Solopart besonders gut wahrgenommen wird. Hinzu kommt, dass jedes dieser Instrumente einen ganz eigenen Klang besitzt und sich so eine große Klangvielfalt für die Arrangements bietet. Die intensive Klangfarbe des selten im Orchester zu hörenden Akkordeons passt wunderbar zum Timbre des Cellokonzertes von Edvard Elgar und gibt dem Cellokonzert von Camille Saint-Saëns ein faszinierendes Kolorit.

Wenn sie diese kammermusikalischen Fassungen ihrer eigentlich für Orchester geschriebenen Stücke hätten hören können, hätten es die großen Romantiker wie Schumann und Tschaikowski vielleicht sogar bedauert, sie nicht gleich so konzipiert zu haben.
Helmut Peters, DIE WELT

Edward Elgar
Cello Konzert in E moll, Op. 85
oder

Camille Saint-Saëns
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33

Charakterstücke, Romanzen und Evergreens für Solocello, Klarinette, Akkordeon und Kontrabass

sowie Trios von
Béla Bartók, George Gershwin und Astor Piazzolla

David Stromberg – Violoncello
Ákos Hoffmann – Klarinette
Felix Kroll – Akkordeon
Alf Brauer – Kontrabass

Sauna

Tomi Räisänen (b. 1976)

1. Die Sauna der 7 Brüder (2010) 13:39
2. Sea of Tranquility (2005) 24:01
3. Mirrie Dancers (2013) 24:11
4. Grus (2008) 12:38

Mikko Ikäheimo, solo guitar [2,3] • Carla Rees, solo alto flute & cadenza [3]
Neue Musik im Ostseeraum: Anne Buchin, flute & toy piano [1,2] • Valerie Colen, oboe [3] • Nora Müller, clarinet & toy piano [1,2,3] • Jakob Mayers, bassoon [3] • Jonathan Shapiro, percussion [1,2] • Felix Kroll, accordion [1,4]• Ninon Gloger, piano & toy piano [1] • Saeko Takayama, violin [2,3] • Laura Traub, viola [1,2,3] • Daniel Sorour, cello [1,2,3,4] • Matthias Lassen, electronics [1,3,4] • Tomi Räisänen, cond. [1,2,3]

format: CD | booklet in English and German
released: April 7, 2016 | [74:38]
EDTCD 005 | UPC: 6 34654 79835 0
ISRC: FITRY1600001-1600004

Und weil der Mensch ein Mensch ist


Auch auf ihrem sechsten Album “Und weil der Mensch ein Mensch ist” – mit Liedern aus den Gefängnissen und Konzentrationslagern der national-sozialistischen Diktatur setzt die Gruppe um den Bremer Liedermacher und Liedersammler Michael Zachcial ihre spannende Spurensuche rund um das deutschsprachige Volksliederbe fort. Weitab von Romantik und sentimentaler Heimatduselei singen und erzählen sie Geschichten aus dem Alltag der “kleinen Leute”.

Nachdem “Die Grenzgänger” im letzten Jahr mit verschollenen Liedern aus dem Ersten Weltkrieg und der CD “Maikäfer Flieg” auf vielen grossen Festivals zu Gast waren und zum 5. Mal mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurden, erinnert das neue Album an die Courage vieler Menschen in den Lagern und Gefängnissen des “Dritten Reichs” und an den Widerstand gegen das Hitler-Regime.

Maikäfer flieg

Das 5. Album der Grenzgänger: Erschienen 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs mit Liedern aus der Weltkriegssammlung des Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg: Fast 3000 Lieder wurden zusammen mit mehr als 50 Freiwilligen Helfern ausgewertet und die wichtigsten davon mit allen musikalischen Wassern der letzten hundert Jahre gewaschen und sorgfältig entstaubt.

Preis der deutschen Schallplattenkritik – CD des Monats und Platz 1 in der Liederbestenliste für „Aspirin (Wenn der Tod tanzt)“ – Mehrere Live-Mitschnitte für den WDR, Bayrischer Rundfunk, MDR und Deutschlandfunk

„….eine bewegende Liedersammlung aus den Jahren des 1. Weltkriegs, musikalische Echos einer ambivalenten Stimmungslage zwischen Begeisterung, Trauma und Tragödie. “ (Wolfgang Rumpf, Nordwestradio)

Mit 40-seitigem, extragrossen Booklet im schönen Pappschuber!

Dunkel wars, der Mond schien helle

Die neue CD von Zaches & die Grenzgänger: Dunkel wars, der Mond schien helle – 21 Lieder: 18 alte deutschsprachige Kinderlieder aus den Jahren 1800 bis etwa 1960, von “Zwischen Berg und tiefem Tal” bis zu “Die Affen rasen durch den Wald” – ergänzt durch drei Tanzstücke. Mehr als 66 Minuten Musik. Liebevoll illustriert im 40-seitigem Booklet – ein Geschichtenbuch inklusive.

Kogge

Einige Aussteiger entführen einen volltrunkenen Kapitän nebst Papagei, reparieren eine defekte Kogge und gehen auf eine abenteuerliche Ostseereise mit Vollmond, Sturm und blinden Passagieren – und einer unerwarteten Liebe. Das Leben auf der schwankenden Kogge lässt raue Schalen knacken, erstaunliche Geheimnisse zutage treten, einen Mann über Bord gehen und am Ende steht doch noch das Tor zum Glück. Große knarrende Holzfiguren und Marionetten rumoren unter Deck, erklimmen Wanten oder dichten innig in der Nacht.

Spiel: Stephan Schlafke und Silke Technau
Regie: Dietmar Staskowiak
Akkordeon: Felix Kroll
Figuren: Michaela Bartonowa und Antonin Müller / Prag 1994
Papagei “Freddy”: Stephan Wunsch
Ausstattung: Martin Buchin, Kilian Kreuzinger und Denise Sheila Puri
Kostüme: Denise Sheila Puri

Figurentheater Lübeck