Die Grenzgänger

Im Grenzbereich zwischen Folkmusik, Rock- und Bluesband und Kabarett angesiedelt, steht im Mittelpunkt der Grenzgänger-Konzerte das deutsche Volkslied mit seinem Sprachwitz und seiner Poesie, als mündlich überlieferte, die Jahrhunderte überlebte Geschichte von unten, als Geschichte des Alltags der sogenannten “kleinen” Leute.

Lustvoll arbeiten die Grenzgänger die Verbindungslinien von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft heraus, virtuos umrahmt von Felix Kroll (Akklordeon), Frederic Drobnjak (Gitarren) und Annette Rettich (Cello) persifliert und moderiert Sänger und Gitarrist Michael Zachcial auf einzigartige Weise.  Das Deutschlandradio zählt sie zu den ganz großen Ausnahmen im Musikgeschäft, denn das Quartett schafft „Unverwechselbares von bisweilen träumerischer Eleganz“ (Nordseezeitung).

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Hölderlin

Hölderlin


Zum 250. Geburtstag von Hölderlin.

Hölderlin war Zeitgenosse der Französischen Revolution. Seine Lyrik wies weit über seine Zeit hinaus. Mit Mitte 30 wurde er für wahnsinnig erklärt. Hanns Eisler vertonte seine Texte ebenso wie Paul Hindemith oder Johannes Brahms.

Titel:
Schicksalslied – Zornige Sehnsucht – Hymne an die Freiheit – An die klugen Ratgeber – So kam ich unter die Deutschen – Lebenslauf – Die Ehrsucht – Blödigkeit – Hälfte des Lebens – Schwabenmädchen – Abendphantasie – Rousseau – Der Wanderer – Aussicht (Das letzte Gedicht im Turm)

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Hölderlins Gedichte feiern in den Jahren nach der französischen Revolution die Freiheit als Bedingung allen Lebens. Wortgewaltig und mit feiner Feder die Höhen und Tiefen des Lebens auskostend, schrieb Hölderlin in einer bis heute modernen Sprache vom Leiden an der „Bleiernen Zeit“, die alles Lebendige erstarren lässt, von der Sehnsucht nach Liebe und Schönheit und der Gewissheit, dass der Mensch von Natur aus gut ist.

Kongenial verwandeln die Grenzgänger auf ihrem elften Album Hölderlins Verse in Lieder, die die Jahrhunderte seit ihrer Entstehung überbrücken. Zwischen „Zorniger Sehnsucht“, „Blödigkeit“ und „So kam ich unter die Deutschen“ sind die vierzehn ausgewählten Hölderlin-Texte von teilweise erstaunlicher Aktualität, mit einer Musik zwischen Blues und Folkrock, Pop und E-Musik, mit Anklängen an Kurt Weills Dreigroschenoper, Tom Waits, Eisler und Motown.

Für die Studioproduktion um Schlagzeug und Bass, Saxophon und E-Gitarren, Geige und Mundharmonika erweitert, präsentiert das Bremer Quartett um Michael Zachcial erneut ein außergewöhnliches Album zwischen Anspruch und Ohrwurmqualität.

 

Warum Hölderlin?

Wie abgeschnitten scheinen uns heute die Jahre vor dem Aufstieg Hitlers, als wäre mit der Schuld am Furchtbarsten aller Verbrechen gleichsam ein Urteil über alle gefällt, die jemals von einem anderen Deutschland zu träumen wagten. Vielen Flüchtlingen und Opfern des NS-Staates aber galt der 1770 geborene Friedrich Hölderlin als die Stimme eines besseren Deutschlands, an dem sie auch unter widrigsten Bedingungen festhielten: Paul Hindemith vertont Gedichte Hölderlins gleich nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, Hanns Eisler schrieb die Musik zu „Die Heimat“ und „An die Hoffnung“ und weiteren Texten im Hollywooder Exil 1942/43 und der jüdische Komponist Viktor Ullmann komponierte noch 1943 in Theresienstadt Hölderlin-Lieder.

Die Menschenrechte wurden damals fast überall mit Füßen getreten. Erstmals Gesetz wurden sie im August 1789 im Anschluss an die französische Revolution als die „natürlichen, unveräußerlichen und heiligen Rechte des Menschen“. Was aber wissen wir über die, die diese Rechte auch in unserem Land durchsetzen wollten?

Und denen, die sich als die Hüter des Abendlandes aufspielen und dabei ihren Fremdenhass nur schlecht verbergen können, sei Hölderlins „So kam ich unter die Deutschen“ zu Gehör gebracht:

“Es ist auf Erden alles unvollkommen, ist das alte Lied der Deutschen. Wenn doch einmal diesen Gottverlaßnen einer sagte, daß … bei ihnen eigentlich das Leben schal und sorgenschwer und übervoll von kalter stummer Zwietracht ist, weil sie den Genius verschmähn, der Kraft und Adel in ein menschlich Thun, und Heiterkeit ins Leiden und Lieb’ und Brüderschaft den Städten und den Häusern bringt. Und darum fürchten sie auch den Tod so sehr, und leiden, um des Austernlebens willen, alle Schmach, weil Höhers sie nicht kennen, als ihr Machwerk, das sie sich gestoppelt.“

Georg Herwegh über Hölderlin:

“… eine glückliche Hand möge unserer Jugend die Zeugnisse deines Geistes sammeln, daß sie sich von neuem daran erbaue, wenn die dunkle Wolke der Gegenwart drückend über ihrem Haupte lastet! Wir haben soviel Zeit für das Unzeitgemäßeste, und bedenken uns wegen der Minute, die wir einem so himmlischen Genius weihen wollen?”   (Georg Herwegh, 1839)

  1. Schicksalslied
  2. Zornige Sehnsucht
  3. Hymne an die Freiheit
  4. An die klugen Ratgeber
  5. So kam ich unter die Deutschen
  6. Lebenslauf
  7. Die Ehrsucht
  8. Blödigkeit
  9. Hälfte des Lebens
  10. Schwabenmädchen
  11. Abendphantasie –
  12. Rousseau
  13. Der Wanderer
  14. Aussicht (Das letzte Gedicht im Turm)

Revolution

Zum 9. November und dem 100. Jahrestag der Novemberrevolution von 1918 erscheint unser 10. Album: Es heißt schlicht und einfach “REVOLUTION” und enthält 17 Lieder aus den Kämpfen gegen den Weltkrieg und für Pressefreiheit und Menschenrechte, Wahlrecht für alle

Zwischen Chanson und Rock. Kinderlied und Friedenshymne Reggae und Musettewalzer werden vielfältigste musikalische Register gezogen. Unbekannte und bekannte Autoren von Erich Mühsam bis Bertolt Brecht, Ferdinand Freiligrath bis zum ersten bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner eint eins. Anarchisten und Christen, Sozialisten und Demokraten gemeinsam für die Republik und gegen den Kapitalismus.

Die wilden Lieder des jungen Marx

Das neunte Album der Grenzgänger basiert auf den vielen hundert Gedichten und Liedtexten, die Karl Marx als 18-jähriger Student in Bonn verfasste. Das überwiegend live eingespielte Album enthält Lieder an seine spätere Frau Jenny, an den Vater und frühe Gesellschaftskritik. Ein ungewöhnlicher Blick auf den immer wieder aktuellen Kritiker des Kapitalismus, dessen gemeinsam mit seinen Freund Friedrich Engels verfasstes “Kommunistisches Manifest” zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Durch die musikalische Umsetzung werden der Zorn, die Zärtlichkeit, die unbändige Leidenschaft des jungen Karl Marx und seiner Generation spürbar, die die Revolution von 1848 in vielen Ländern Europas begann. Eines der zentralen Lieder lautet entsprechend im Refrain: “Darum lasst uns alles wagen, niemals rasten. niemals ruhn ….. nur nicht dumpf dahin gegangen, ängstlich in dem niedern Joch , denn das Sehnen und Verlangen und die Tat, die bleibt uns doch!”

Premiere im Rahmen der 200-Jahre-Marx-Feiern der Stadt Trier am 5. und 6. Mai.

Die Titel:
Jenny Jenny Jenny — In seinem Sessel´das Publikum – Spielmann — Lied der Gnomen — Die Zerrissene — Vorwurf  — Empfindungen — Männerl und Trommerl — Das Gift — Wunsch — 15 Pfennige — Weltgericht — Pustekuchen — Mit uns zieht die neue Zeit

Georg Herwegh: Lieder eines Lebendigen

Die Grenzgänger spielen die Lieder von Georg Herwegh, einem der populärsten deutschsprachigen Dichter des 19. Jahrhunderts, mutigem Streiter für Demokratie und vorausschauendem Euopäer.

Der Zeitgenosse von Heinrich Heine, Hoffmann von Fallersleben, Karl Marx und Ferdinand Lassalle floh mit 22 Jahren in die Schweiz, um einer Haftstrafe wegen „Subordination“ und der Zwangsrekrutierung zu entgehen. Zwei Jahre später gelang ihm mit den „Gedichten eines Lebendigen“ einer der grössten literarischen Erfolge im Deutschland des 19. Jahrhunderts, was ihm sogar eine Privataudienz beim preußischen König einbrachte, der ihn aber anschließend des Landes verwies. In der 1848er Revolution kämpfte er gemeinsam mit seiner Frau Emma in der von ihnen aufgestellten Deutschen Demokratischen Legion. Manche seiner Lieder wirken bis heute, wie die Zeilen „Alle Räder stehen still / wenn dein starker Arm es will“ aus dem Bundeslied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, dem Vorläufer der SPD, deren Gründungsmitglied er war. Bis heute gibt es keine umfassendere musikalische Würdigung seiner Lieder, von denen viele aber auch heute noch von großer Aktualität sind.

Die Titel:

Mein Deutschland strecke die Glieder / Protestlied / Reisst die Kreuze aus der Erden / Viel gesungen müd gerungen / Bet und Arbeit ruft die Welt (Bundeslied) / Das Lied vom Hassen / Einladung in die Berge / Germania mir graut vor dir / Leicht Gepäck / Schlafe was willst du mehr / Und immer mehr Soldaten / Im Parla-Parla-Parlament

Brot & Rosen

Ausgezeichnet für den Preis der deutschen Schallplattenkritik in den Sparten „Liedermacher“ und „Folk & Singer-Songwriter“ – gemeinsam mit Kollegen wie Rainald Grebe, Quadro Nuevo und anderen. Dass wir mit einem Album mit deutschen Volksliedern wie „Die Loreley“, „Wenn alle Brunnen fließen“ oder „Freude schöner Götterfunken“ dort nominert wurden, ist sicher außergewöhnlich.

Das siebte Album der Grenzgänger enthält Lieder von der Liebe aus sechs Jahrhunderten und ihren Bedingungen im Alltag. Neu arrangiert und in bestechender Audioqualität, mit Cello, Akkordeon, akustischen Gitarren. Die Band wurde im Studio erweitert um Kontrabaß und Schlagzeug, dazu die Stimme der Bonner Strassenmusikerin Cynthia Nickschas, die auch schon mit Konstantin Wecker auf Tournee war, Bekannte Lieder wechseln ab mit Neuentdeckungen aus dem Freiburger Volksliedarchiv.

Das vierzigseitige (!), extra große und reich bebilderte Booklet unterstützt den Hörgenuß. Es enthält die Texte aller Lieder und Hintergrundinformationen zu ihrer Entstehung.

“Urvertraut und doch unerhört neu: ein kleines Meisterstück! (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)
Verneigenswert!”
(Westfälische Rundschau)
“Ein wunderbares Album!” (Folktied)

Und weil der Mensch ein Mensch ist


Auch auf ihrem sechsten Album “Und weil der Mensch ein Mensch ist” – mit Liedern aus den Gefängnissen und Konzentrationslagern der national-sozialistischen Diktatur setzt die Gruppe um den Bremer Liedermacher und Liedersammler Michael Zachcial ihre spannende Spurensuche rund um das deutschsprachige Volksliederbe fort. Weitab von Romantik und sentimentaler Heimatduselei singen und erzählen sie Geschichten aus dem Alltag der “kleinen Leute”.

Nachdem “Die Grenzgänger” im letzten Jahr mit verschollenen Liedern aus dem Ersten Weltkrieg und der CD “Maikäfer Flieg” auf vielen grossen Festivals zu Gast waren und zum 5. Mal mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurden, erinnert das neue Album an die Courage vieler Menschen in den Lagern und Gefängnissen des “Dritten Reichs” und an den Widerstand gegen das Hitler-Regime.

Maikäfer flieg

Das 5. Album der Grenzgänger: Erschienen 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs mit Liedern aus der Weltkriegssammlung des Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg: Fast 3000 Lieder wurden zusammen mit mehr als 50 Freiwilligen Helfern ausgewertet und die wichtigsten davon mit allen musikalischen Wassern der letzten hundert Jahre gewaschen und sorgfältig entstaubt.

Preis der deutschen Schallplattenkritik – CD des Monats und Platz 1 in der Liederbestenliste für „Aspirin (Wenn der Tod tanzt)“ – Mehrere Live-Mitschnitte für den WDR, Bayrischer Rundfunk, MDR und Deutschlandfunk

„….eine bewegende Liedersammlung aus den Jahren des 1. Weltkriegs, musikalische Echos einer ambivalenten Stimmungslage zwischen Begeisterung, Trauma und Tragödie. “ (Wolfgang Rumpf, Nordwestradio)

Mit 40-seitigem, extragrossen Booklet im schönen Pappschuber!

Dunkel wars, der Mond schien helle

Die neue CD von Zaches & die Grenzgänger: Dunkel wars, der Mond schien helle – 21 Lieder: 18 alte deutschsprachige Kinderlieder aus den Jahren 1800 bis etwa 1960, von “Zwischen Berg und tiefem Tal” bis zu “Die Affen rasen durch den Wald” – ergänzt durch drei Tanzstücke. Mehr als 66 Minuten Musik. Liebevoll illustriert im 40-seitigem Booklet – ein Geschichtenbuch inklusive.